Pfarrei Lambertsneukirchen
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Wulkersdorf
Lehen
Hackenberg

                                      

 

Zeittafel zur Geschichte von Wulkersdorf

1268

In einer Schiedsurkunde des Marktgerichts zu Nittenau erscheint am 15. Juni 1268 ein Zeuge namens Wernherus de Wulkchernsdorf, ein Ministeriale des Hochstifts Bamberg, das damals die Herrschaft über das Nittenauer Gebiet hatte.

Gemäß dem Herzogsurbar von Bayern von ca. 1285 war dem Wernher von Wulkersdorf vom Lutzmannus eine Hufe zu Wulkersdorf verpfändet.

(vgl. HAB 44, S.60)

 

 

ca.1313

Ein Laie namens Chunradus schenkt dem Kloster Reichenbach ein Gut in Wolkramsdorf.

 

 

1355

Hierl der Vorster zu Wulkerstorf erhält das Gut als Lehen von Reichenbach für jährlich 75 Regensburger Pfennig „Vnd zu weichnachten zwen käs vnd zu Ostern drey käs vnd zwaintzk air vnd zu Pfingsten als vil ...“

(MB XXVII, S.157f)

 

 

ca. 1500

Die Präckendorfer zu Siegenstein gelangen in Besitz von Wulkersdorf und verlegen ihren Wohnsitz hierher, weil die Burg Siegenstein baufällig geworden war. Auch die benachbarte Burg Hackenberg wird derzeit vom Geschlecht der Präckendorfer bewohnt.

 

 

1598

Unter den Erben des Georg von Präckendorf (+ 1591) wird das Gut Wulkersdorf von der Kurpfalz zur Landsasserei erhoben und in der Landsassenmatrikel geführt. Wulkersdorf hat damit die Stellung eines Hofmarkssitzes erlangt.

„Der Hofmarksherr, der einen des Schreibens Kundigen als Richter und Verwalter anstellte, übte alle Funktionen des heutigen Notars, Landrats, Finanzamtmannes, Polizeibeamten, und Amtsrichters aus. Todeswürdige Verbrechen wie Diebstahl, Straßenraub, Notzucht, Totschlag u.a. waren dem Landgericht, der nächsthöheren Instanz, vorbehalten. Das neue Recht der gutsherrlichen Gerichtsbarkeit brachte dem Hofmarksherrn eine beachtliche Einnahmequelle durch die damit verbundenen Gebühren und die oft willkürlich festgesetzten Strafgelder.“ (Georg Völkl)

 

 

1618 - 1648

Am 11. Januar 1620 werden durch Vergleich Dionisius von Präckendorfs Sohn Hans Thomas und Hans Ludwig von Eyb Landsassen zu Wulkersdorf.

Hans Poyßl von Loifling, der eine Tochter Präckendorfs geheiratet hatte, erwirbt von Eybs Anteil und leistet am 9. Februar 1623 die Landsassenpflicht. Poyßl muss als Lutheraner 1629 die Oberpfalz verlassen. Er setzt einen katholischen Verwalter ein und hält sich in Regensburg auf. Nach der Eroberung der Reichsstadt durch die Schweden tritt Hans Poyßl in schwedische Kriegsdienste. Dennoch zerstören die Schweden in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges 1634 das Wulkersdorfer Landsassengut. Hans Poyßl baut das Schlößchen wieder auf und hält sich dort bis 1644 auf, als er erneut ausgewiesen wird, weil er nicht zum Katholizismus konvertieren wollte. Er begibt sich ins nahe Glapfenberg und bewirtschaftet von dort aus das Wulkersdorfer Gut.

 

 

1654 - 1676

Das Landsassengut Wulkersdorf (im Pflegamt Wetterfeld) wird verkauft an Christoph Jobst Bernhard von Satzenhofen, der zuvor katholisch geworden war; „die Gattin des Adeligen gehörte der lutherischen Kirche an. Befehlsgemäß hatte sie im Jahre 1661 ihre Familie verlassen müssen, und zwar binnen acht Tagen. Es wurde ihr allerdings im selben Jahr wieder die Rückkehr gestattet, wobei der Aufenthaltstermin auf einen Zeitraum von einem Jahr begrenzt wurde.“ (BGRB, Beiband 6, S.131)

 

 

1676 - 1686

Karl Carocia, Saphoischer Hof- und Kammerrat kauft das Gut, verkauft es aber zehn Jahre später wieder an Hans Friedrich von Satzenhofen.

 

 

1687 -1716

Das Regensburger Stift Niedermünster erwirbt Wulkersdorf.

 

 

1716 - 1773

Karl von Tunzl wird in der Landsassenmatrikel als neuer Inhaber von Wulkersdorf geführt. Im Jahr 1736 noch in Händen von dessen Witwe, verkauft es zunächst deren Sohn Karl Georg Ernst im März 1750 an Valentin Franz von Emerich, dieser wiederum an Johann Marquard von Gropper, der 1754 als Landsasse zu Wulkersdorf erscheint. Von den Gropperschen Eheleuten kommt es am 28. Dezember 1766 samt dem im Landgericht Burglengenfeld gelegenen Stanglhof an Johann Konrad von Prunck, Offizier aus Sachsen, der am 29. Mai 1767 Landsassenpflicht ablegt.

 

 

1773

Um 8900 Gulden geht Wulkersdorf mit dem Stanglhof schließlich am 19. Februar 1773 an Karl Albert Freiherr von Gugomoos über.

 

 

1796

Am 11. Oktober 1796 veräußert Freiherr von Gugomoos das Landsassengut Wulkersdorf um 22500 Gulden an Johann Nepomuk von Reisen, Salzbeamter zu Amberg, der am 4. September 1797 die Landsassenpflicht leistet und danach an der Stelle des älteren ein neues Schlösschen erbaut.

 

 

1808

Nach der Steuerbeschreibung des Finanzamts Walderbach von 1774 gehören zur „Landsässerey“ Wulkersdorf neben dem Schloss und dem Hofgebäude 20 Anwesen. 1808 befanden sich in Wulkersdorf 11 Gewerbetreibende: ein Glaser, ein Schmied, zwei Schneider, sechs Weber und ein Wirt.

 

 

1815 – 1848

Wulkersdorf wird zunächst Orstgericht, dann Patrimonialgericht I. Klasse (1818) und schließlich Patrimonialgericht II. Klasse (1821). Alexander Freiherr von Mauchenheim, genannt von Berchtoldsheim, der das Wulkersdorfer Gut 1835 von den Erben von Reisens gekauft hatte, bot dem Staat die Abtretung der Patrimonialgerichtsbarkeit an. Damit beginnt der Niedergang des Wulkersdorfer Schlossgutes. Seit 1839 ist Wulkersdorf nun eine eigenständige Gemeinde, die dem Landgericht Nittenau unterstellt ist. Im Jahr 1840 zählt Wulkersdorf 116 Einwohner in 22 Häusern.

 

 

1852 -1930

Carl Wilderich Graf von Walderdorff kauft das Gut Wulkersdorf. Es bleibt im Besitz der Grafen von Hauzenstein bis 1923, als es Franz Graf von Walderdorff seiner Tochter Gräfin Sophie von Preysing übergibt. Auch das benachbarte Schlossgut von Bodenstein, der Hönighof und ausgedehnte Waldungen gehören damals zu den gräflichen Besitzungen. 1930 wird der gräfliche Besitz zerschlagen. Das Wulkersdorfer Gut wird verkauft und ist seither in Privatbesitz.

 

 

1895

Die Kapelle von Wulkersdorf, die 1843 dem Hl. Johannes Nepomuk geweiht worden war, wird erweitert und „Unserer Lieben Frau von Lourdes“ geweiht. Die Statue des Hl. Nepomuk ist in der umgebauten Kapelle verblieben.

 

 

1904

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wulkersdorf

 

 

1922

Die Ortschaften Wulkersdorf, Plitting, Darmersdorf, Manghof, Ober- und Unterbraunstuben  werden von dem weit entfernten Nittenau nach dem näher gelegenen Lambertsneukirchen umgepfarrt.

 

 

1945

Im Rahmen der von der Militärregierung nach Kriegsende befohlenen Zusammenlegung von Gemeinden werden die Gemeinden Wulkersdorf und Plitting aufgelöst und am 01.08.1945 in die Gemeinde Hauzendorf im Landkreis Regensburg eingegliedert. Die nördlichen Gemeindeteile verbleiben im Landkreis Roding und werden zum 01.10.1945 der Marktgemeinde Nittenau zugeteilt.

 

 

1951

Durch Regierungsentschließung vom 21.03.1951 wird Wulkersdorf wieder eine selbständige Gemeinde mit den Gemeindeteilen Darmersdorf, Goppeltshof, Manghof, Plitting, Oberbraunstuben und Unterbraunstuben. Die Gemeinde bleibt auf Wunsch der Bürger beim Landkreis Regensburg.

 

 

1952

Gründung des Schützenvereins „Waldeslust“

 

 

1955

Gründung des Obst- und Gartenbauvereins Wulkersdorf

 

 

1972

Nach der Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27.12.1971 wird die Gemeinde Wulkersdorf zum 01.07.1972 in den neuen Landkreis Schwandorf umgegliedert.

 

 

1974

Am 01.01.1974 kommt die Gemeinde Wulkersdorf nach schwierigen Auseinandersetzungen wieder zurück in den Landkreis Regensburg. Gleichzeitig wird die Gemeinde zum 31.12.1973 aufgelöst und in die Großgemeinde Bernhardswald eingegliedert. Lediglich drei Häuser von Goppeltshof verbleiben beim Landkreis Schwandorf und kommen zur Stadt Nittenau.

 

 

1990

Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Wulkersdorf

 

 

1993

Einweihung des Schützenheimes in Wulkersdorf

 

 

1999

Der Ortsteil Wulkersdorf zählt 160 Einwohner in 47 Häusern.

 

  Erarbeitet von Thomas Köppl

 

Literatur- und Quellenangaben:

 

 

Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg, Pfarrakten Lambertsneukirchen.

 

Walter Eberwein, Heimat Bernhardswald. Einheit des Raumes - Vielfalt der Geschichte. Versuch einer Darstellung der historischen Entwicklung unseres Heimatraums, Pettenreuth 1996.

 

Josef Hanauer, Die bayerischen Kurfürsten Maximilian I. und Ferdinand Maria und die katholische Restauration in der Oberpfalz, Regensburg 1993 (BGRB – Beiband 6).

 

Monumenta Boica XXVII (Regesten des Klosters Reichenbach).

 

Ingrid Schmitz-Pesch, Roding. Die Pflegämter Wetterfeld und Bruck, in: Historischer Atlas von Bayern, Heft 44, München 1986.

 

Kath. Pfarramt St. Lambert, Hauzendorferstraße 6, D - 93170 Bernhardswald, Tel 09463/205;  PGR Vorsitzender: Mindel Friedhelm PGR@pfarrei-lambertsneukirchen.de                                       Webmaster thomas.tausendpfund@gmx.com      IMPRESSUM